26.03.2014 Berner Fachtagung: Ostasiatischer Menschenhandel & Sex Slaves - Lost in Fear

DIE FACHTAGUNG IST AUSGEBUCHT.

Thema

Teil 1: Ostasiatischer Menschenhandel und ihre kriminellen Netzwerke
Staaten aus dem ostasiatischen Raum sind radikal auf dem Expansionsvormarsch. Exportiert werden dabei auch Tausende von Frauen, Männer und Kinder.


Human Trafficking: Anhand der Supply-Chain wird der Menschen- und Kinderhandel zur weltweiten Distribution zur Prostitution, Sklavenarbeit und für den Organhandel analysiert. Produktions- und Verteilwege die auch für den illegalen asiatischen Drogen und Waffenhandel gebraucht werden.


Wie funktionieren diese Supply-Chains? Welche Routen benutzen sie? Wie funktionieren die Händler der Ware Mensch? Welche Ethik herrscht in Ostasien? Welche Macht haben die Bosse der Unterwelt und wie sind sie untereinander vernetzt? Stimmen die Klischees der tätowierten Triaden Mitglieder? Warum funktioniert der ostasiatische Menschenhandel derart klandestin und homogen? Human Trafficking aus Ostasien wird uns in Zukunft massiv beschäftigen.

 

Das erste Referat richtet sich an alle die in der Bekämpfung des Menschenhandels involviert und interessiert sind. Es bietet eine spannendende Übersicht und ein fundiertes Grundwissen zum Erkennen und Behandeln des Human Trafficking aus Ostasien.

Teil 2: Sex Slaves: Lost in Fear - Meaningful Communication
Warum suchen und akzeptieren Opfer keine Hilfe? Warum verweigern sie eine Kooperation und negieren ihre Situation in der Ausbeutung als Sexsklaven? Warum kehrt ein Opfer lieber wieder zurück in die Welt der Gewalt und Demütigung? Wieso verweigern sie den Zugang zum Verstehen ihrer Qualen?


Der zweite Teil der Fachtagung erklärt die unlogischen und irrationalen Verhaltensmuster von Menschenhandelsopfer die einer brachialen physischen Gewalt oder mentalen Techniken wie Juju ausgesetzt worden sind. Detective John O`Reilly erklärt, weshalb Opfer häufig nicht verstanden werden können und Konfusion zurücklassen.


Es gibt jedoch Wege, mit dem Opfer eine „umfassende Kommunikation“ aufzubauen und so aus dem Muster auszubrechen. Wie verhält man sich gegenüber einem Opfer? Wie spricht man mit dem Opfer? Wie baut man Vertrauen auf? Was ist situationsbedingte kognitive Befragung? John O’Reilly wird bei der Einführung in die Befragungstechnik viele neue Erkenntnisse generieren.

 

Das zweite Referat sensibilisiert sämtliche Frontarbeiter von Polizei, Grenzwache, BFM-Befrager, Asylbetreuer, Sozialarbeiter und Psychologen, die mit Opfern von Menschenhandel in Berührung kommen können.

Programm

08:30 – Registrierung mit Kaffee, Gipfeli und Saft

09:15 – Begrüssung, Vorstellung der Akteure und Ablaufplan des Tages

09:30 – Thomas Roth: Ostasiatischer Menschenhandel: Kulturelle Einführung und analytische Hintergründe

10:45 – Kleine Kaffeepause

11:15 – Thomas Roth:  Ostasiatischer Menschenhandel: Supply-Chain der Ware Mensch und Drogen


12:45 – Lunch (fakultativ)

 

14:00 – Detectiv John O’Reilly:  Sex Slaves – Lost in Fear: Profiling Victim

15:15 – Kleine Kaffepause

15:45 – Detective John O’Reilly:  Sex Slaves – Lost in Fear: Meaningful Communication

17:15 – Abschlussdiskussion und Apéro

18:00 – Ende


Geringfügige Programmänderungen vorbehalten.

Referenten

Thomas Roth:

Thomas ist Asien und Korea Analytiker. In dieser Position berät er Strafverfolger und Ermittler, die in der Verbrechensbekämpfung im Zusammenhang Asien / Korea ermitteln. Für Firmen macht er Analysen und Beratungen in Betrugsfällen und in Risiko Business. Thomas ist Experte für hochintensive strategische Verhandlungen. Er kennt die kulturellen und hierarchischen Feinheiten der ostasiatischen Welt genauestens und vermittelt diese in brisanter und anschaulicher Weise. Human Trafficking, Frauenhandel und Kinderhandel zur weltweiten Prostitution, Sklavenarbeit und Organhandel analysiert er anhand der Supply-Chain und entdeckt so Netzwerkstrategien die auch für Drogen und Waffen gebraucht werden. Er lehrt an der ETH, der Universität Lausanne, dem Swiss Business Hub Korea bei der schweizerischen Botschaft in Seoul und am Institute for Communication & Research.

 

Detective Inspector John O’Reilly:

John war 30 Jahre bei der irischen Nationalpolizei „An Garda Síochánaals“ Ermittler im Bereich organisierte Kriminalität, Mord- und Sexualverbrechen. Er hat in forensischer Psychologie, Kinderpsychologie und Polizei Management diplomiert. 2002 wurde er zur U.N. Mission nach Bosnien eingezogen, wo er als Experte und Koordinator des U.N. Special Trafficking Operation Project (STOP) in Sarajevo tätig war.

In der STOP Mission befreiten er und seine Kollegen 265 Sexsklavinnen. John befragte dabei Hunderte von Frauen, die Opfer von Menschenhändler geworden sind. Ihm wurden die U.N. Medal for Service in Bosnia und die European Security and Defence Policy Service Medal 2003 verliehen. Seither verfeinerte er die Befragungstechniken und unterrichtet weltweit Ermittler sowie NGOs in situationsbedingten kognitiven Befragungstechniken, um mit Opfern aus dem Menschenhandel zu kommunizieren. Seine Resultate hat er in seinem Buch "Sex Slavery: the Way Back" veröffentlicht. Als kognitiver Verhaltens-Hypnotherapist wird uns John interessante Blickwinkel und Verhaltensmuster aus Opfersicht und Befragungsalternativen aufzeigen, die uns bei der Arbeit helfen können, um mit eventuellen Opfern des Menschenhandels ohne Kontamination eine umfassende Kommunikation aufzubauen.

Moderation: Franziska Bürki, Radio X

Kurskosten

Anmeldeschluss ist der 17.03.2014


Tagungsbeitrag:

Fr. 95.- inkl. Tagungsmaterial, Pausenverpflegung und Apéro (ohne Mittagessen).

 

Englisch:
Der Nachmittagsblock von John O'Reilly wird auf Englisch gehalten. Eine Simultanübersetzung ist nicht vorgesehen. John wird sich Mühe geben, sein Tempo anzupassen.

Kommunikationsraum:
Ein Kommunikationsraum wird zur Verfügung stehen. Dieser ist für Personen im Dienst auf Pikett gedacht. Sie finden dort Schreibmaterial, Laptop und W-Lan zur ungestörten Kommunikation.

 

Bei Abmeldung nach Anmeldeschluss oder Nichterscheinen wird der Tagungsbeitrag nicht rückerstattet.

Mittagessen

Den TeilnehmerInnen soll eine gesunde und preiswerte Verpflegungsmöglichkeit angeboten werden. Gastgeberin ist Stephanie Sohm von der Quartierbeiz in der Lorraine "Du Nord". Das Menü kostet zwischen 13.- und 18.- Franken.

 

Eine Anmeldung zum Essen findet sich bei der Onlineanmeldung in der rechten Spalte, unter "Anmeldung".

Tagungsort: Bollwerk Bern

Bildungszentrum WWF

Bollwerk 35

3011 Bern

Die BollWerkStadt ist nur fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof Bern entfernt.
Die BollWerkStadt ist nur fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof Bern entfernt.